Reanimation durch Laien


Keine Angst vor Fehlern
Reanimation durch Laien

Jeder kann Leben retten – doch nur wenige trauen sich im Ernstfall das Durchführen einer Reanimation zu. Dabei lässt sich die Herzdruckmassage in wenigen Minuten lernen. 

In Deutschland ist jeder Mensch dazu verpflichtet, einem anderen Menschen Hilfe zu leisten, wenn die Situation es verlangt und er selbst dabei nicht in Gefahr gerät. Neben diesen rechtlichen Aspekt tritt zusätzlich der moralische: Helfen ist „richtig“, mutig und menschlich. Doch die Verunsicherung scheint groß. Nur 30 bis 35 Prozent der Zeugen eines Herzkreislaufstillstandes führen eine Herzdruckmassage durch, berichtet die Deutsche Herzstiftung. In den Niederlanden und Skandinavien liegen die Ersthelferquoten bei über 70 Prozent – entsprechend höher ist dort die Überlebensrate.

Wiederbelebung: mehr Aufklärung nötig

Ist es fehlendes Wissen, das Beobachter von Notfällen in Deutschland zögern lässt? So sehen es zumindest einige Experten. Sie setzen deshalb auf Aufklärung. „Deutschlands sehr niedriger Helferquote durch Laien können wir nur durch flächendeckende  Aufklärungsaktionen und Informationsangebote gegensteuern, die alle Gesellschaftsschichten und Altersgruppen mit einbeziehen“, fordert Dr. Edgar Franke, der Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit im Bundestag. Um mehr Wissen über die Herzdruckmassage zu vermitteln, bieten die Deutsche Herzstiftung und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) seit diesem Herbst Reanimationsschulungen für Fußballer an. Nur ein Schritt von vielen.

Helfer haftet nicht für Schäden

Für Beobachter eines Herzkreislaufstillstands bietet sich die Chance, ein Leben zu retten. Angst von Fehlern ist unbegründet. Denn die Situation des Hilfsbedürftigen kann sich durch die Herzdruckmassage nicht weiter verschlechtern. Zwar sind Rippenbrüche auch bei korrekter Durchführung der Herzdruckmassage keine Seltenheit. Doch bei einem Herzkreislaufstillstand sind sie das kleinere Übel: Leben mit Rippenbruch ist besser als Tod mit heilen Knochen. Der Bruch wird heilen und den Moment des Rippenbruchs spürt der Bewusstlose nicht. Wenn die Wiederbelebung erfolgreich war, überwiegen in der Regel Erleichterung und Dank. Helfer sind nicht haftbar für falsche Durchführung, Rippenbrüche oder andere Schäden, die durch ihre Hilfeleistung entstehen. Eigene Schäden, zum Beispiel an der Kleidung, kann der Helfer durch einen Schadensausgleich geltend machen.

Erste Hilfe bei Herzkreislaufstillstand

So reagiert man im Notfall richtig: Sofort Bewusstsein und Atmung des Betroffenen überprüfen, direkt danach den Rettungsdienst alarmieren (Notruf 112). Sind weder Bewusstsein noch Atmung vorhanden, beginnt der Ersthelfer sofort mit einer Herzdruckmassage. Er kniet dazu seitlich neben dem auf dem Rücken liegenden Erwachsenen und legt bei durchgestreckten Armen beide Handballen übereinander auf die Mitte des Brustbeins. Dann drückt er den Brustkorb 80- bis 100-mal pro Minute und mindestens fünf Zentimeter tief in Richtung Wirbelsäule ein. Dadurch wird die Zirkulation des Blutes durch den Körper und das Gehirn aufrecht erhalten. Eine Beatmung ist nicht erforderlich, denn nach einem Herzkreislaufstillstand befindet sich im Blut für etwa 8 Minuten ausreichend Sauerstoff. Die Herzdruckmassage wird fortgeführt bis der Rettungsdienst oder Notarzt eintrifft – ohne Unterbrechung. Denn bei jeder Unterbrechung sterben Hirnzellen ab. Die Herzdruckmassage ist für den Helfer anstrengend. Sind weitere Helfer vor Ort, wechseln sich Erst- und Zweithelfer am besten ab – per „fliegendem Wechsel“.

Die Deutsche Herzstiftunf stellt ein kostenloses Herznotfall-Set bereit. Dass sich die Herzdruckmassage in wenigen Minuten erlernen lässt, zeigt der Wiederbelebungs-Flim der Deutschen Herzstiftung. Wer seine Erste-Hilfe-Künste insgesamt auffrischen möchte, wiederholt am besten einen Erste-Hilfe-Kurs.

zertifizierte Apotheke


'Wir führen das Qualitätszertifikat der Landesapothekerkammer Thüringen.
 

Beratungsclips

Antibiotikumsaft mit Löffel

Antibiotikumsaft mit Löffel

Dieses Video zeigt Ihnen kurz und verständlich, wie Sie einen Antibiotikumsaft mit einem Dosierlöffel richtig einnehmen. Der Clip ist mit Untertiteln in Russisch, Türkisch, Arabisch, Englisch und Deutsch verfügbar.

Wir bieten Ihnen viele unterschiedliche Beratungsclips zu erklärungsbedürftigen Medikamenten an. Klicken Sie einmal rein!

News

Was steckt hinter der RSV-Prophylaxe?
Was steckt hinter der RSV-Prophylaxe?

Von der STIKO empfohlen

Das Virus RSV kann bei Säuglingen lebensbedrohliche Atemwegserkrankungen verursachen. Zum Schutz empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die RSV-Prophylaxe. Aber was ist das überhaupt genau?   mehr

8 Mythen zur Ernährung bei Fettleber
8 Mythen zur Ernährung bei Fettleber

Kräutertee statt Kaffee?

Die nicht-alkoholische Fettleber wird vor allem durch Umstellung der Ernährung behandelt. Doch wie macht man es richtig? Muss man tatsächlich auf Kaffee verzichten? Welche Kohlenhydrate und Fette sind günstig? Und ist Fleisch schädlich?   mehr

Was bringt Dehnen vor dem Sport?
Was bringt Dehnen vor dem Sport?

Richtig vorbeugen

Dehnen vor dem Sport soll viele Vorteile haben. Unter anderem glaubt man, dass es die Muskeln stärkt und die Verletzungsgefahr senkt. Stimmt das?   mehr

Ab in die Mucki-Bude!
Ab in die Mucki-Bude!

Migräneattacken vorbeugen

Migräneattacken lässt sich nicht nur mit Medikamenten vorbeugen. Auch Sport kann die Anfälle ausbremsen. Amerikanische Forscher*innen empfehlen dafür ein konkretes Fitnessprogramm.   mehr

Mit Omega-3 gegen Akne?
Mit Omega-3 gegen Akne?

Ernährung bei schlechter Haut

Die Haut ist das größte Organ des Menschen. Wie gesund sie ist, hängt von äußeren und inneren Einflüssen ab – unter anderem der Ernährung. Eine kleine Studie hat nun untersucht, ob sich eine mediterrane Diät und Omega-3-Fettsäuren positiv auf Akne auswirken.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen
Ranke-Apotheke
Inhaberin Antje Kullmann-Weber
Telefon 034672/8 19 72
Fax 034672/9 09 04
E-Mail ranke.apotheke@t-online.de